Irminsul

Wie die Irminsul von der Eresburg nach Hildesheim gelangte

Als Karl der Große den Götterhain auf der Eresburg zerstört hatte, dachte er, dass die Sachsen die am Boden liegende Irminsäule weiter heilig achten und verehren würden. Daher ließ er sie in stiller Nacht an die Weser bringen und dort in der Erde verscharren.

Als sein Sohn Ludwig der Fromme später das Kloster Corvey erbaute, fand man die einst vergrabene Säule wieder. Ludwig aber wollte aus Sorge, der alte Götterglaube könne bei den Sachsen erneut Nahrung finden, das einstige Heiligtum an einen sicheren Ort nach Hildesheim schaffen. Wie heimlich auch alles zuging; es blieb einigen dem Väterglauben treu ergebenen Sachsen nicht verborgen. Sie wollten die Irminsul mit Gewalt wiederhaben und verfolgten die heimliche Fracht. In der Nähe der Wintzenburg stießen sie auf die Wagenfuhre. Es entstand ein blutiges Scharmützel und acht Mann blieben tot auf dem Platze liegen.

An der Stelle, wo dies geschah, sind später acht Kreuze errichtet worden. Es wurde hier auch eine Kapelle gebaut, um die herum ein Dorf entstand, das Irmenseul heißt. 

Die Irminsul jedoch gelangte auf geheimen Wegen an ihren Bestimmungsort. Im Hildesheimer Dom wird heute noch eine Säule so genannt, die ein prächtiges Marienebild trägt, das von einem 14armigen Leuchter umrahmt wird.

aus: Johannes Bödger, Marsberg Eresburg und Irminsul, Verlag Joh. Schulte, 2. Auflage, Marsberg 2001

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