Segestessteine

Segestes und Thusnelda


In vielen Erzählungen gilt die Eresburg auch als Burg des Segestes. Thusnelda war die Tochter des Segestes und schon früh dem Cheruskerfürsten Arminius (Hermann) versprochen. Als sich Segestes auf die Seite der Römer schlug, wollte er sein Versprechen nicht mehr einhalten. Daraufhin entführte Armininius seine Jugendliebe und lebte einige Jahre mit ihr glücklich zusammen. Als er wieder einmal in den Kampf ziehen musste, suchte die schwangere Thusnelda Schutz bei ihrem Vater auf der  Eresburg. Dort lieferte Segestes sie den Römern aus.

Propst Caspari zitiert in seiner Geschichte der Stadt Niedermarsberg den Historiker Johann Suibert Seibertz (Originalwortlaut):

“Der cheruskische Fürst Segest, der nebst seinem Sohne Segimund ein heimliches Einverständnis mit den Römern unterhielt, wurde deshalb, sobald sich Germanicus zurückgezogen hatte, in seiner Burg Heresberg, jetzt Obermarsberg an der Diemel, von seinem eigenen Schwiegersohne Hermann belagert, und dadurch genöthigt, die Römer um Hülfe zu bitten. Germanicus eilte auch zu seiner Befreiung herbei und Segest, die begangene Verrätherei durch eine neue krönend, übergab den Römern seine eigene Tochter Thusnelda, Hermanns schwangere Gemahlin, dessen dreijährigen Sohn und andere vornehme Deutsche, die später alle zu Rom im Triumphe aufgeführt wurden. Segest selbst erhielt Betera (Xanten) zu seinem Aufenthalte angewiesen.”

Thusnelda und Arminius (Hermann) hatten gegen den Willen ihres Vaters geheiratet. Darüber, ob Thusnelda von Segestes im Jahr 15 n. Chr. geraubt wurde, oder ob sie, wie in unserer Sage berichtet, Schutz bei ihrem Vater suchte, gibt es widersprüchliche Aussagen. Thusnelda wurde aber vermutlich im Jahr 15 n. Chr. an die Römer ausgeliefert. Das sie und Arminius schon einen dreijährigen Sohn hatten ist sonst nirgendwo belegt. Thusnelda gebar ihren Sohn Thumelius in der Gefangenschaft.

Geschichtliches - Segestes